Tag 8-9: Klimawandel live

An Tag 8 waren wir zu unserer eigenen Überraschung schon recht gut eingelebt in unserem Basislager. Temperatur: 5 °C. Und es ging los zu unserer ersten Expedition dieser Gegend. Das erste Ziel war der Abras-Gletscher. 

Lagune beim Aufstieg zum Abras-Gletscher,

Beim Aufstieg passierten wir eine Lagune, die in der brach wirkenden Gebirgslandschaft lag. Genauso still, wie es auf dem Bild aussieht, war es auch. Außer Wind und dem leisen Rauschen des Wassers war einfach nichts zu hören.

An der Gletschermoräne des Abras-Gletschers angekommen

Der Abras-Gletscher hatte sich bis dato schon deutlich zurückgezogen, was wir uns anhand einer Karte vor Augen führen konnten, die wir mit unserer Begleitung Ferrán Cabrero von der Universidad Estatal Amazonica zusammen studierten. 

Austausch mit Ferrán Cabrero von der Universidad Estatal Amazonica über den Rückzug des Abras-Gletschers

Der Morgen von Tag 9 hätte zeitiger keine Überraschung bereit halten können: Christian bekam eine Gruppe wilde Kamele vor die Linse, die im Morgennebel frühstückten. Es waren Vikunjas,- neben den eher im Süden lebenden Guanakos eine von zwei wild lebenden Kamelarten Südamerikas. Von ihnen stammen die domestizierten Lamas und Alpakas ab. 

Vikunjas beim Frühstück

Nun stand die nächste Etappe an, der Stübel Gletscher. Dieser liegt auf sportlichen 5000 Metern Höhe und von ihm wollen wir weiteres über den Einfluss der Menschen auf das Erdklima erfahren. Deswegen geht es auch hier wieder darum, wie der Gletscher sich in den vergangen Jahren verhalten bzw. entwickelt hat. Hat er sich ausgebreitet, ist er zurückgegangen? Wie wohl jeder ahnt, liegt leider letzteres auf der Hand: Seit 2015 hat sich der um mehr als 150 m zurückgezogen. Hier erlebten wir also Klimawandel live. 

Aufstieg zum Stübel Gletscher (im Hintergrund der Chimborazo)

Wir teilten uns auf für die weitere Erkundung von Flora uns Fauna. Mit hochauflösenden Fotos wurde der Rückzug des Gletschers von Dirk genau dokumentiert, seine Strukturen sind darauf deutlich zu erkennen. Und es brauchte natürlich auch wieder: Gebohrtes Eis. Die Bohrung war aufgrund der nicht einfachen Bedingungen vor Ort allerdings erstmal keine unkritische Unternehmung. Wir waren auf die Hilfe von unserem großartigen Guide Jaimel Vargas angewiesen. Der bot uns seine Begleitung in das schwierige Gelände an, so dass wir, bewaffnet mit nur leichtem Gepäck und Eispickel, tatsächlich eine Probe von der Oberfläche des Stübel Gletschers nehmen konnten. Danke, Jaimel!

Visuelle Dokumentation - in Hochauflösung.
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